(JaWi) Großalarm für die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Dötlingen. In den Büroräumen eines metallverarbeitenden Betriebs in Brettorf ist es während der Betriebszeiten zu einem Brand im Archiv gekommen. Aufgrund der hohen Brandlast breitet sich das Feuer schnell zu einem Zimmerbrand mit extrem hohen Temperaturen aus. Der dichte Rauch verteilt sich auf den gesamten Bürotrakt. Nur sechs der sieben Angestellten bemerken das Feuer noch rechtzeitig und können sich aus dem Gebäudekomplex retten. Die letzte Person wird vermisst. Während der laufenden Rettungs- und Löscharbeiten kommt es tief im Inneren des Gebäudes zu einem Eigenunfall, bei dem zwei Mitglieder eines Atemschutztrupps unter Teilen einer einstürzenden Decke begraben und schwer verletzt werden. Ihr Luftvorrat neigt sich dem Ende zu. Was zunächst nach einer dramatischen Situation klingt, stellt sich letztlich nur als Szenario der diesjährigen Gemeindeatemschutzübung am 2. und 3. August im Brettorfer Gewerbegebiet Neuer Kamp heraus. 

Gleich drei Mal arbeiteten die Ortsfeuerwehren diese identische Lage mit jeweils wechselnden Besatzungen und anderen Fahrzeugkombinationen ab. Am 2. August begann die erste Übung zunächst mit den Wehren aus Brettorf und Dötlingen, die mit ihren Tanklöschfahrzeugen anrückten. Nach Abschluss folgte die zweite Übung, dieses Mal unter Beteiligung des Löschgruppenfahrzeuges der Ortswehr Dötlingen und dem Tanklöschfahrzeug der Neerstedter Einsatzkräfte. Einen Tag später wurde das Szenario schließlich ein drittes Mal abgearbeitet. In dem Fall mit den Tanklöschfahrzeugen aus Brettorf und Neerstedt.

Den diversen Atemschutztrupps wurde es dabei nicht leicht gemacht. Um so realitätsnah wie möglich zu üben, erzeugten mehrere Nebelmaschinen in dem Bürotrakt Sichtverhältnisse, wie sie auch bei einem echten Brand vorherrschen würden. Der Einsatz von Wärmebildkameras und Druckbelüftern erleichterte das Vorgehen hierbei allerdings maßgeblich. Zusätzlich wurden zahlreiche Wege und Türen unpassierbar gemacht, sodass die Feuerwehrleute unter Atemschutz besonders lange Wege im Inneren des Gebäudes zurücklegen mussten.

Während der Übungen begleiteten zahlreiche Beobachter das Geschehen und bewerteten das Vorgehen der Einsatzkräfte. Ein besonderes Augenmerk wurde hierbei auf das Verhalten des Sicherheitstrupps gelegt, der zur Rettung der verunfallten Atemschutzgeräteträger eingesetzt wurde. Aufgrund des Luftmangels der verletzten Feuerwehrleute mussten diese mit neuer Atemluft aus einer Notfalltasche versorgt werden. Das Umstecken der Luftversorgung erfolgte dabei in äußerst beengten Verhältnissen und unter schlechter Sicht. Anschließend wurden die Verletzten mittels Schleifkorbtrage ins Freie befördert.

Nach den Übungen gab es jeweils für alle Beteiligten eine individuelle Manöverkritik. Gemeindeatemschutzwart Björn Cording, der das Übungsszenario ausgearbeitet hatte, bedankte sich bei allen Teilnehmern für ihr zahlreiches Erscheinen. Insgesamt beteiligten sich an beiden Tagen rund 60 Einsatzkräfte der drei Wehren an den Übungen, davon knapp 30 unter Atemschutz. Für die Versorgung mit neuen Atemluftflaschen war der Gerätewagen Atemschutz der Feuerwehrtechnischen Zentrale aus Ganderkesee angerückt.