(JaWi) Einen interessanten Rückblick auf das vergangene Jahr bot die Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Brettorf am 2. Februar. Neben Wahlen standen auch diverse Beförderungen und Ehrungen auf der Tagesordnung. Die Brettorfer Feuerwehrkapelle sorgte wie gewohnt für die musikalische Untermalung der Veranstaltung.

Ortsbrandmeister Dirk Wilkens konnte seitens der Feuerwehr den stellvertretenden Kreisbrandmeister Klaus Stolle und Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich begrüßen. Aus dem Rat waren der Vorsitzende des Feuerwehrausschusses, Thore Güldner, sowie Ratsfrau Insa Huck der Einladung gefolgt. Seitens der Verwaltung erschienen Bürgermeister Ralf Spille und Liane Pape-Nordbrock zur Versammlung. 

Im Jahresbericht der Ortsfeuerwehr Brettorf bot Ortsbrandmeister Dirk Wilkens zunächst einen Rückblick auf die Einsätze des vergangenen Jahres. Insgesamt 37 Mal rückten die Brettorfer Brandschützer aus - fast drei mal so oft wie im Vorjahr. Die geleisteten Stunden bei Einsätzen lagen bei 439. Neben zahlreichen Sturmeinsätzen wurde die Wehr aus Brettorf zu vier Verkehrsunfällen alarmiert. Leider gab es auch fünf Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen zu verzeichnen. Insgesamt leisteten die Ortswehr Brettorf und die Feuerwehrkapelle 6529 Stunden. Neben den regulären Übungsdiensten entfielen davon allein 760 Stunden auf die Teilnahme an Lehrgängen und Fortbildungen. Unter anderem hatten erneut mehrere Atemschutzgeräteträger die Brandsimulationsanlage in Lemgo besucht.

Der Mitgliederbestand stieg durch zwei Neueintritte bei einem Übertritt in die Altersabteilung auf 49 Kameradinnen und Kameraden. Insgesamt sind 16 Kameraden in der Altersabteilung. Die Feuerwehrkapelle besteht aus 12 Musikern, konnte im vergangenen Jahr aber gleich mehrere neue Anwärter gewinnen. 

2017 konnte die Ortswehr Brettorf mit Hilfe des Fördervereins eine eigene Wärmebildkamera und Übungspuppen anschaffen. Die neue Kamera habe sich bereits im Einsatz- und Übungsdienst bewährt, so Wilkens. Ebenso habe man das neue Tanklöschfahrzeug mittlerweile ausgiebig erprobt. In den kommenden Jahren seien weitere Investitionen geplant. "Die Ersatzbeschaffung des Löschgruppenfahrzeuges durch die Gemeinde ist bereits angelaufen und das Fahrzeug ist mittlerweile ausgeschrieben - wir hoffen auf ansprechende Ergebnisse im Laufe des Februars", berichtete der Ortsbrandmeister.

Die Brettorfer Ortswehr habe laut Wilkens auch im vergangenen Jahr regelmäßig zum Dorfleben beigetragen. Neben der Ausrichtung der Blutspendetermine, habe man auch den Schützenumzug begleitet. Auch Veranstaltungen wie die Osterfeier, der Tanz in den Mai und das Sommerfest wurden ausgerichtet. Zusätzlich habe die Altersabteilung die Teilnehmer des Sportfests ohne Limits mit Wasserspielen begeistert. 

Abschließend sprach der Ortsbrandmeister Rat und Verwaltung seinen Dank für die gute Zusammenarbeit aus.

In seinen Grußworten sprach der Bürgermeister den Feuerwehrleuten seinen Dank für ihr Engagement aus. Mit den Worten "Motorsägen braucht das Land" ging Spille auf die zahlreichen Unwettereinsätze im vergangenen Jahr ein. Diese hätten die Feuerwehren besonders beschäftigt. "Zu sagen, es gäbe den Klimawandel nicht, ist absolut fahrlässig", stellte der Bürgermeister fest. Als Reaktion seien gleich 16 Feuerwehrleute aus der Gemeinde im vergangenen Jahr bei Motorsägenlehrgängen gewesen. "Gut, dass ihr für uns da seid und euch über zahlreiche Schulungen und Fortbildungen fit macht - dafür kann man euch nicht oft genug danken.", so Spille. Beim Brand des mit Asbest belasteten Schuppens sei im vergangenen Jahr mit der Reinigung von verschmutzter Ausrüstung ein neues Problem aufgetreten, so Spille. "Insgesamt sind für die Gemeinde nach dem Einsatz Kosten von knapp 7000 Euro für die Dekontamination entstanden. Aber das ist der richtige Weg, denn kein ehrenamtlicher Feuerwehrmann darf geschädigt werden.", bilanzierte der Bürgermeister. Es müsse künftig genügend Ersatzkleidung vorgehalten werden, um den Zeitraum einer Spezialreinigung überbrücken zu können. "In wenigen Tagen kann die Neerstedter Wehr ihr neues Einsatzfahrzeug abholen, womit die Gemeinde dann insgesamt rund 1,4 Millionen Euro innerhalb von fünf Jahren in die Feuerwehren investiert", resümierte Spille. Eine gute technische Ausrüstung sei nötig, um die Einsätze für die allesamt ehrenamtlichen Einsatzkräfte sicherer zu machen und sämtliche Lagen in den Griff zu bekommen. Daher habe die Feuerwehr bei den Haushaltsberatungen einen besonderen Stellenwert. "Der Zusammenhalt und die Kameradschaft die euch auszeichnen, sind etwas ganz besonderes. Ohne euch wäre das Dorfleben nicht das Gleiche.", schloss der Bürgermeister seine Rede schließlich ab.

Als Vorsitzender des Feuerwehrausschusses überbrachte Thore Güldner die Grüße und den Dank des Rates. Er schloss sich den Worten des Bürgermeisters zu einem arbeitsintensiven Jahr der Feuerwehren an und ergänzte zu den laufenden Haushaltsberatungen, dass Einsparungen nicht zu Lasten der Sicherheit gehen dürften. Beeindruckt zeigte er sich abermals von der guten Zusammenarbeit der drei Ortsfeuerwehren.

Gemeindebrandmeister Heiner Ulrich ging im Jahresbericht aus Sicht der Gemeindefeuerwehr unter anderem auf den Mitgliederbestand ein. Dieser sei bei den Aktiven von 144 im Vorjahr leicht auf 148 gestiegen. Gleichzeitig habe auch die Zahl der Atemschutzgeräteträger von 51 auf 52 gesteigert werden können. Mit 137 Alarmierungen sind die Einsatzzahlen in 2017 laut Ulrich stark gestiegen. Rund 100 mal rückten die Wehren der Gemeinde damit mehr aus, als noch in 2016. Dies sei insbesondere den großen Unwetterlagen zuzurechnen. Neben acht Auslösungen durch Brandmeldeanlagen habe es aber auch zahlreiche Einsätze gegeben, die die Feuerwehren besonders gefordert hätten, so Ulrich. Dazu zählten mehrere Brände sowie diverse schwere Verkehrsunfälle. Zum Thema Asbest-Dekontamination ergänzte er: "Was nützen uns die besten Atemschutzgeräteträger, wenn wir sie während einer länger andauernden Reinigung nicht zwischenzeitlich wieder einkleiden können?" Auch auf die im Jahr 2017 getätigten Beschaffungen ging der Gemeindebrandmeister ein. Besondere Erwähnung fanden die persönliche Schutzausrüstung sowie die Umstellung auf Digitalfunk. "Hier konnten durch eine rechtzeitige Beschaffung der Funkgeräte 25.000 Euro gespart werden.", so Ulrich. In Kürze werde das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug der Neerstedter Wehr erwartet und auch die Ersatzbeschaffung des Brettorfer Löschgruppenfahrzeuges werde in diesem Jahr angegangen. Ulrich bedankte sich bei Gemeinderat und Verwaltung, insbesondere bei Liane Pape-Nordbrock, für die gute und enge Zusammenarbeit um die Belange der Dötlinger Feuerwehren.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Klaus Stolle richtete seinerseits die Grüße des Landrates und der Kreisfeuerwehr aus. Er berichtete, dass auch ohne Frauenquote nun mit Diane Febert eine Frau an der Spitze des Kreisfeuerwehrverbandes sei. In seiner Bilanz auf Kreisebene ging er ebenfalls auf die gestiegenen Zahlen bei den Unwettereinsätzen ein. "2017 gab es Naturkatastrophen am laufenden Band - und nach der aktuellen langen Regenperiode wird auch wieder eine Trockenperiode folgen. Die Waldbrandgefahr könnte in diesem Jahr also wieder steigen.", so Stolle. Ein besonders schwieriger Einsatz habe die Feuerwehren im Landkreis direkt zu Beginn des vergangenen Jahres gefordert, als in einem Betrieb rund 1000 Liter Salzsäure ausgetreten waren. "Der Gefahrgutzug war im Anschluss ein halbes Jahr lang nicht vollständig einsatzfähig", beschrieb der stellvertretende Kreisbrandmeister den enormen Materialverbrauch, den dieser Einsatz kostete. Weiterhin ging Stolle auf die Aktivitäten der Kreisfeuerwehr und die Bereitschaftsübung im vergangenen Jahr ein.

Bei den anschließenden Wahlen von Funktionsträgern mussten die Posten des Pressewartes und stellvertretenden Atemschutzgerätewartes neu besetzt werden. Maike Reese und André Galus hatten ihre Ämter jeweils zur Verfügung gestellt. Als neuer Pressewart wurde Dirk Stolle gewählt. Raik Lüdtke übernimmt künftig den Posten des stellvertretenden Atemschutzgerätewartes. Weiterhin wurde Jakub Giec als Mitglied des Festausschusses bestätigt. Heiko Wilkens übernimmt außerdem künftig den Posten des Gruppenführers der dritten Gruppe, den Jürgen Abel zuvor seit 1977 ausgeübt hatte. Er gab sein Amt aufgrund des baldigen Erreichens der Altersgrenze ab. Alle Wahlen fielen einstimmig aus.

Auch zahlreiche Beförderungen standen auf dem Programm. Fynn Otten, Daniel Stefan und Marc Walter konnten die Ernennung zu Feuerwehrmännern entgegennehmen. Phillip Leggewie wurden zum Oberfeuerwehrmann befördert. Dirk Stolle darf sich künftig Hauptfeuerwehrmann und Holger Einemann ab sofort Erster Hauptfeuerwehrmann nennen. Die Beförderung zum Hauptlöschmeister wurde Kai Nordbrock zuteil. Auch Dirk Wilkens erhielt für ihn überraschend einen neuen Dienstgrad: Er ist nun Brandmeister.

Im Anschluss wurden Holger Einemann und Sven Freese für ihre 25-jährige aktive Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr geehrt. Heiner Freese und Helmut W. Schütte erhielten das Abzeichen für 50-jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr des Niedersächsischen Feuerwehrverbandes. Eine besondere Ehrung erhielt auch Rolf Wilkens: Er ist seit 60 Jahren Mitglied der Feuerwehr und bekam hierfür die entsprechende Auszeichnung verliehen. Werner Kläner wurde offiziell in die Altersabteilung verabschiedet. Für seine Verdienste in der Feuerwehr ehrte man ihn zusätzlich mit der silbernen Ehrennadel des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes. Dem scheidenden Gruppenführer Jürgen Abel wurde ebenfalls der Dank für seine Verdienste ausgesprochen. Schließlich wurde Jürgen Schnier mit der internen Auszeichnung als "Feuerwehrmann des Jahres" gekührt.

Entsprechend der Tagesordnung trug Gerrit Meyer danach als Vorsitzender der AG Brettorfer Vereine seinen Jahresbericht vor, in dem er auf die vielfältigen Aktivitäten des vergangenen Jahres einging.

Zum Abschluss der Versammlung gab Ortsbrandmeister Dirk Wilkens noch wichtige Termine für das laufende Jahr bekannt. Unter anderem wird die Wehr in diesem Jahr einmal mehr zwei Blutspendetermine ausrichten.